Dank an Alex für den tollen Bericht über den Aufstieg der Damen und dessen unmittelbare Vorgeschichte. Der Historiker des Vereins möchte aber dieses tolle Ereignis noch darüber hinaus besonders würdigen und das Ganze noch vertiefend historisch betrachten.

Fest steht, dass der Weg in die Verbandsliga fast 10 Jahre harter Arbeit nötig hatte. Sicherlich gehören immer auch Glück und Zufall dazu, aber ohne ein Jahrzehnt nachhaltiger und vertrauensvoller Teamarbeit wäre es nicht gegangen.

Der Weg in die Verbandsliga begann dabei vor langer, langer Zeit im Jahr 2009. Dass Seelze hier in einer Kooperation mit Mandelsloh noch einmal in der Niedersachsenliga spielte, hatte dabei aber keine Bedeutung für die weitere Entwicklung. Wichtiger war unzweifelbar, dass viele neue Mädchen zu dieser Zeit das Jugendtraining des TuS Seelze stürmten und sich ein junger angehender Jugendwart ihrer annahm. So meldete man eine Mannschaft in der Mädchen-Kreisliga, in der Spielerinnen wie Lisa, Isabella, Ricarda und Louisa spielten. Das Seelzer Top-Talent war damals Sarah Beck (Jg.99), für die der Seelzer Aufstieg aber zu spät losging und die somit nach zwei Seelzer Jahren für die Saison 09/10 zu Hannover 96 wechselte. Heute schlägt sie für den SV DJK Holzbüttgen in der WTTV-Verbandsliga auf. Dafür betrat aber Anfang 2009 auch eine weitere Spielerin (damals 7 Jahre jung) zum ersten Mal die Halle, die den gesamten Aufstieg bis 2017 maßgeblich prägen sollte, nämlich Seraphine. Sie spielte ihre erste Saison zusammen mit Nathalie und Saskia in der Schülerinnen-Kreisliga. Das Team belegte am Ende Platz 5, ebenso wie das Mädchen-Team.

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Apropos Jugendwart: Julien übernahm im Jahr 2009 zunächst im Team mit Yannik Müller und Basti Reh das Kommando im Jugendbereich und damit das schwere Erbe von Ingo Mücke, der zuvor Jahrzehnte lang den Jugendbereich geprägt und den Grundstein für den Aufstieg der Herrenmannschaften bis in die Oberliga gelegt hatte. Julien erwies sich als absoluter Glücksfall für den TuS, da er mit totaler Hingabe und als fähiger Teamplayer sich daran machte, ebenso eine Ära zu gründen. Aus nicht genau nachvollziehbaren Gründen sollten sich die Erfolge der nächsten Jahre vor allem auf den weiblichen Nachwuchsbereich beziehen, wobei damit Erfolge, die u.a mit den Namen Fiedler &Fiedler, Arkenberg,Volkhine &Volkhine verbunden sind, nicht geschmälert werden sollen. Diese sind aber noch eher als Nachwirkungen der Mücke-Ära zu betrachten oder stellten Nebenwirkungen des Seelzer Power-Mädchen-Trainings dar.

Ebenso im Jahr 2009 beendete ein „junger“ Vater, der bereits in Schwerte bei Dortmund zehn Jahre lang eine ca. 40 Spieler umfassende Jugendabteilung geleitet und ein Jugendteam in die NRW-Liga geführt hatte, sein 6-jähriges Sabbatical und stieg wieder – zumindest ein bisschen – in die Seelzer Jugendarbeit ein, zunächst einmal um das Team seiner Tochter zu betreuen.

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In der Saison 10/11 startete der TuS Seelze gleich mit zwei Mädchen-Kreisliga-Teams (Platz 4 & 7). Bei den Schülerinnen konnten Sera und Saskia den ersten Meistertitel einfahren. Zudem gewannen beiden den Schülerinnen-C-Regionspokal!

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In der darauf folgenden Saison 11/12 leistete man weiter Aufbarbeit und startete wieder mit zwei Teams in der Mädchen-Kriesliga, wobei diesmal hinter dem TSV Godshorn bereits ein zweiter und ein vierter Rang erzielt werden konnten.

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Nun nahm die Entwicklung deutlich an Geschwindigkeit zu. Sera, Nathalie, Lisa und Isabella trauten sich den Sprung in die Mädchen-Bezirksliga zu und nach einem denkwürdigen Rückrundensieg gegen lautstarke Gäste vom TuS Gümmer wurde in eher hitziger Atmosphäre der erste Platz in der Staffel gesichert. Die Bezirksmeistertitel sicherte man sich im Endspiel gegen den TSV Hespe. Damit war nach nur einem Jahr in der Bezirksliga der Aufstieg in die Niedersachsenliga gesichert.

Die Zeit der Neuverpflichtungen beginnt

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Die erste Niedersachsenliga-Saison bedeutete auch ein Paradigmenwechsel, weil offensichtlich wurde, dass ein nachhaltiger und andauernder Erfolg in der Niedersachsenliga nicht ausschließlich aus eigenen Mitteln zu ermöglichen war. Tabea Braatz (SV Frielingen) hatte bereits in der Vorsaison in einer Spielgemeinschaft mit Seelzerinnen auf Kreisebene gespielt. Nun rückte sie als vollwertige Seelzerin in das Niedersachsenliga-Team vor. Zudem konnte Sonja Knauer vom TSV Bemerode gewonnen werden. Koplettiert wurde das neue Niedersachsenliga-Team durch Sera und Lisa. Mit dem 7. Rang konnte man für den Anfang zufrieden sein.

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Zudem gelang Sera mit ihrem ersten Landesmeistertitel (Schülerinnen-B) im Januar 2014 ein deutliches Ausrufezeichen. 3:2 setzte sie sich gegen Julia Samira Stranz im Viertelfinale durch. Danach folgte ein 3:0 gegen Sophia Konradt (beide RSV Braunschweig) und ein 3:2 im Endspiel gegen Lena Niekamp (SV Wissingen). Kurioses am Rande: Sera nutzte den Titel, um ihre kurze Kader-Zugehörigkeit mit einem Paukenschlag zu beenden, indem sie sich weigerte, bei den Deutschen Meisterschaften aufzuspielen, womit sie in einigen Kreisen zum Gesprächsthema wurde.

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Saison 14/15: Sonja verließ uns nach nur einem Jahr wieder in Richtung Bemerode, wo sie weitere zwei Jahre in Jungen-Mannschaften spielte, ehe sie für den Damen-Bereich 2016 wieder nach Seelze zurückkehrte. Ersetzt wurde sie durch das Eigengewächs Valantina. In der Aufstellung Sera, Tabea, Lisa, Valantina konnte sich das Team über den vierten Platz mit 7 Punkten Vorsprung vor dem Tabellenfünften Torpedo Göttingen freuen. Korioses am Rande: Der bis dagin verlustpunktfreie Meister Braunschweig „schenkte“ sei letztes Spiel gegen Evessen offenbar mehr oder weniger ab, um somit den Nachbarn aus dem Bezirk zur Vizemeisterschaft und zum Landesliga-Startplatz zu verhelfen. Leidtragender war der Elsflether TB, der darüber natürlich nicht amüsiert war. Für den einen Punkt dahinter liegenden Vierten aus Seelze blieb das freilich ohne Auswirkungen.

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Hinzu kam, dass in dieser Saison am Unterbau gefeilt wurde. Mit Ronja (SG Ronnenberg), Helen (SV Frielingen), Sandra (SV Marienwerder) und der Ur-Seelzerin Isabella wurde eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft in die Mädchen-Bezirksliga gestellt, um die Weichen für die folgenden Jahre Niedersachsenliga zu legen. Als erster Erfolg konnte die Mannschaft mit drei Minuspunkten hinter dem SV Emmerke die Vizemeisterschaft erringen.

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2015 wurde der neue unabhängige Verein TTV 2015 Seelze gegründet, der alle Spieler und Klassen der TuS-Sparte übernehmen konnte. Eine neue Zeitrechnung hatte begonnen. Auf einer Perspektivsitzung sprach man u.a. über sportlicher Ziele des neuen Vereins. Dabei wurde schriftlich als ambitioniertes Perspektivziel festgehalten, dass die Damen ab 2017 in der Landesliga und ab 2019 oder 2020 in der Verbandsliga spielen sollten. Der Weg dahin war klar: Der Landesliga-Platz konnte nur über die Niedersachsenliga gewonnen werden. Dazu brauchte man in der Abschlusstabelle zumindest den zweiten Rang.

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Neue Spielerinnen kamen auch hinzu: Ashley (Tuspo Bad Münder) und Leonarda (Mühlenberger SV) schlossen sich der Seelzer Niedersachsenliga-Truppe an, die durch Sera, Ronja und Valantina komplettiert wurde und mit einem reinen A-Schülerinnen-Team startete. Kompensiert werden musste der absehbare Weggang von Kaderstar Tabea (Engelbostel: Damen-Verbandsliga, heute bereits Oberliga) und von Helen (zurück nach Frielingen). Lisa musste nach acht hingebungsvollen und erfolgreichen Mädchen-Jahren für den TuS Seelze altersbedingt in die Damen-Abteilung wechseln. Sie hat sich dadurch viele Verdienste um den Aufstieg der Mädchen-Manschaften bis an die Spitze der Niedersachsenliga erworben.

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Zu dieser Zeit (ich weiß nicht genau wann) stiegen mit Alex Vogel und Michell Zimmermann zwei B-Trainer des Vereins verstärkt ins Training ein, was Julien und die anderen Trainer entlastete und für die weitere Entwicklung sicherlich nur positive Auswirkungen hatte.

Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Nach Platz 7 und Platz 4 wurde der TTV 2015 Seelze in der Saison 2015/16 zum ersten Mal Meister der Niedersachsenliga. Im letzten Saisonspiel besiegte man vor über 50 Zuschauern den Konkurrenzen Torpedo Göttingen auf den zweiten Rang. Damit gewann der TTV zwei Preise: Den überaus wichtigen Startplatz in der Landesliga und das Ticket für die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften in Bayern. Dieses Wochenende entwickelte sich zu einem großen Erlebnis, wenn auch sportlich mehr als Platz 7 nicht möglich war gegen übermächtige Gegnerinnen.

Nebenbei gewann Sera im Dezember 2015 ihren zweiten Einzel-Landesmeistertitel (Schülerinnen-A: 3:0 gegen Finja Hasters, 3:2 gegen Laura Konradt, 3:0 gegen Viola Blach) und schaffte es diesmal sogar nach langem Überlegen, bei den Deutschen Meisterschaften zu starten.

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Und so kommen wir auch bereits zur letzten Saison: Alex Vogel rastete total aus und nahm die neue Damen-Mannschaft unter seine Fittiche. Neben Sera konnten Emilia Wiche (Hannover 96), Lea Hoffmann (TTC Drochtersen) und Kristina Rosenberger (MTV Tostedt) für das Abenteuer Landesliga gewonnen werden, während Valantina, Leonarda, Ashley und Ronja weiter in der Niedersachsenliga für Angst und Schrecken Sorgen sollten. Das Ergebnis ist allen bekannt: Nach dem 2. Platz in der Niedersachsenliga und dem Relegationserfolg der Damen spielt der TTV 2015 Seelze in der kommenden Saison in der Verbands- und der Landesliga.

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Nun also zum pathetischen Abschluss: Acht Jahre lang hat der Verfasser dieser Zeilen nun Mädchen-Mannschaften betreut. Einige graue Haare hat es gekostet, natürlich war auch nicht immer alles Eitel Sonnenschein. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich diese Entwicklung von ganz unten nach „fast“ ganz oben über einen so langen Zeitraum begleiten durfte. Ich danke allen, Spielerinnen, Eltern und Trainern, die diesen Weg begleitet und möglich gemacht haben. Denn das ist und bleibt unsere Stärke: Seelze war und ist immer Teamplay!

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